Die Justiz greift inzwischen härter gegen Fußballrowdys durch. In dieser Woche wurde ein 24-Jähriger zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er bei einem Spiel in Osnabrück Knallkörper in eine Menschenmenge geworfen hatte. Das Gericht wertete dies als Sprengstoffattacke und einen von „langer Hand“ geplanten „Racheakt“, durch den sich der Täter Anerkennung verschaffen wollte. Durch seine Knallkörper waren 33 Menschen, teils schwer, verletzt worden. Die von der Staatsanwaltschaft geforderten viereinhalb Jahre wurden durch den Richter, aufgrund der Schwere der Tat, auf fünf Jahre erhöht. Die Tat geschah am 10. September vergangenen Jahres bei einem Spiel der Drittligisten VfL Osnabrück und Preußen Münster.
Heidenheim auswärts noch immer chancenlos
Die Hoffnung, nach der Winterpause den Aufstiegsplätzen näher zu kommen, hat sich bidher für den 1. FC Heidenheim nicht erfüllt. Noch immer ist besteht eine hohe Diskrepanz in der Qualität des Spiels zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Bisher gelang es der Heidenheimer Mannschaft erst zwei Mal, auswärts einen Sieg zu erringen. Auch die letzten beiden Spiele, gegen Bremen II und Darmstadt, endeten mit Niederlagen. „In der Defensive haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Was uns abgeht, ist die Durchschlagskraft in der Offensive“, erklärt der Trainer, Frank Schmidt, die aktuelle Situation. Trotzdem erkennt Schmidt die erkennbare Leistungssteigerung an und bleibt optimistisch, dass es den Spielern noch vor Ende der Saison gelingen wird, sich besser als bisher zu positionieren. Schmidt: „Wir sind immer noch im Rennen und haben auch die Chance, eine Jetzt-erst-recht-Einstellung zu entwickeln.“ Diese Einstellung wird auch von Abwehrchef Tim Göhlert geteilt, der Anfang der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. Für ihn, als ausgebildeten Mediziner, liegt es jedenfalls nicht an fehlenden Alternativen zum Fußball. Göhlert: „Ich überlege von Jahr zu Jahr, ob ich noch Lust auf Fußball habe und ob ich dem Verein noch helfen kann – derzeit besteht kein Grund aufzuhören“.
Spielerwechsel bei Rot-Weiß Oberhausen
Angreifer Christopher Kullmann verlässt den Verein Rot-Weiß Oberhausen. Der 25-Jährige war erst im vergangenen Sommer von Borussia Dortmund aus nach Oberhausen gekommen und hatte hier in den vergangenen Monaten bei 18 Spieleinsätzen vier Tore erzielt, sowie zwei weitere vorbereiten können. Doch bereits beim Neustart der 3. Liga stand er nur noch in der Startformation der Mannschaft und am letzten Sonnabend fehlte er völlig. Wie der Verein jetzt bekannt gab, wird Christopher Kullmann zum Konkurrenten Armenia Bielefeld wechseln. Deren sportliche Leiter, Samir Arabi, ist über den Neuzugang hocherfreut. Arabi: „Mit Christopher Kullmann bekommen wir einen weiteren Stürmer dazu, der seine Qualitäten in Oberhausen und auch zuvor beim BVB bereits nachgewiesen hat. Wir sind froh, dass wir diesen Transfer kurzfristig realisieren konnten.“ Vermutlich nicht ganz freiwillig muss dagegen Fatih Duran den FC Rot-Weiß Oberhausen verlassen. Wie der Sportliche Leiter von RWO, Frank Kontny, in einem Interview erklärte, war der Mitgliederwechsel Teil der geplanten neuen Mannschaftsaufstellung. Kontny: „Da wir mit Verteidiger Benjamin Weigelt, Mittelfeldspieler Anel Dzaka und Angreifer David Jansen bereits in der Winterpause drei neue Spieler verpflichtet hatten, haben wir nun folgerichtig unsere Kaderstärke entsprechend angepasst.“ Mittelfeldspieler Fatih Duran, der ebenfalls erst im Sommer zu Rot-Weiß Oberhausen gestoßen war, kehrt wieder zurück zu seinem ehemaligen Verein, dem TuRu Düsseldorf.
Platini will vereinfachte Visa-Regel zur Fußball-EM
Der UEFA-Präsident, Michael Platini, hat während eines Treffens mit dem russischen Ministerpräsident, Wladimir Putin in St. Petersburg, die beiden Gastgeber-Länder der diesjährigen Fußball-EM, Polen und die Ukraine aufgefordert, für die Zeit der Fußballmeisterschaft leichtere Visa-Regeln einzuführen. Platini: „Wir brauchen irgendeine Vereinbarung zwischen der Ukraine und Polen, um Probleme für die Fans zu vermeiden.“ Unterstützt von ukrainischen Fußballfans und der russischen Regierung, sollen die Einreisebedingungen für Gäste in die Ukraine erleichtert werden. Dies betrifft besonders Fußballfans aus Kroatien, die als einzige Europäer vor der Einreise noch ein Visum für die Ukraine beantragen müssen. Noch immer gibt es, trotz der bereitstehenden Infrastruktur, organisatorische Probleme, die gelöst werden müssen. Platini hob besonders lobend die 2008 beim Champions-League-Finale zwischen dem FC Chelsea und Manchester United in Moskau vereinbarte Visaregelung hervor, nach der die Fans allein gegen die Vorlage ihrer Eintrittskarte für das Stadion, drei Tage Aufenthaltsrecht in Russland bekamen.
Auch an die polnische Regierung wandte sich der UEFA-Präsident mit der Bitte um Mithilfe. Platini: „Natürlich wären wir unseren polnischen Freunden sehr dankbar, wenn sie das für unsere Fans während der EM genauso handhaben würden.“
