Seit dem Zuschlag als Gastgeberländer für die Fußball-EM, stehen Polen und die Ukraine auch gesellschaftlich im Fokus. Im Hinblick auf zu erwartende Probleme wird besonders das Fan-Verhalten in beiden Ländern kritisch unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass Fremdenfeindlichkeit ein normaler Bestandteil der Fanszene in Polen und der Ukraine ist. Immer wieder kommt es zu rassistisch motivierten Angriffen vor, während und nach den Spielen. Der polnische Sozialwissenschaftler und „Never-Again“-Aktivist Rafal Pankowski bemüht sich seit Jahren durch Veröffentlichung der Vorkommnisse und durch Workshops dagegen anzugehen. So versucht er bei Schulungen Jugendliche für diskriminierende und rassistische Sprache zu sensibilisieren und ihnen die Folgen fehlenden Verständnisses klar zu machen. Arbeit wie diese ist auch dringend nötig. Allein in Polen kommt es fast jede Woche bei Fußballfans zu rassistischen Vorfällen. Pankowski: „Leider sind Fangruppen einzelner Vereine meist eher rechts. Einige Fanvereinigungen der größten polnischen Clubs sind sogar sehr stark rechts orientiert. Am 11. November letzten Jahres, dem polnischen Unabhängigkeitstag, unterstützten einige Fangruppen den Marsch der Rechtsextremisten durch Warschau. Es gibt aber auch positive Beispiele wie Arsenal Kiew, einen Erstligisten, dessen Fans stark antirassistisch engagiert sind. Aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.“ Er hofft, dass die Europameisterschaft einen positiven Einfluss auf die Szene haben wird, der über die Zeit der Spiele hinaus geht. So wurden für die EM rund 7000 Helfer ausgebildet, die auch darauf geschult sind, diskriminierende Tendenzen rechtzeitig zu erkennen und einzugreifen. Pankowski hofft, dass viele dieser temporären Mitarbeiter sich auch nach der EM in Vereinen engagieren und als Vereinsmitglieder oder einfacher Fan einen positiven Einfluss auf andere ausüben werden.
Darmstadt sichert sich Klassenerhalt
Darmstadt 98 ist es mit seinem 3:1 Sieg über Babelsberg vorzeitig gelungen, sich seinen Verbleib in der 3. Liga zu sichern. Entsprechend euphorisch wurde der hoch verdiente Sieg auch im Anschluss gefeiert. „Wir haben von der ersten Minute an Vollgas gespielt“, lobte der Trainer Kosta Runjaic die Mannschaft für ihr Engagement. „Das war heute eine Superstimmung, fast so gut wie damals. Unsere Fans waren da, wie immer zum richtigen Zeitpunkt“. Allerdings haben derzeit nur sechs der aktiven Spieler Verträge die bis in die nächste Spielsaison reichen. Um mit einem sicheren und zusammen gewachsenen Team in die neue Saison starten zu können, muss jetzt die Kaderplanung vorangetrieben werden. Der Zeitpunkt ist günstig, da die Spieler im Moment hochmotiviert sind. „Kosta hat einen Plan, er wird das schon machen.“, glaubt Stürmer Zimmermann, der hofft, dass die Mannschaft nicht auseinanderbrechen wird.
Sandhausen sichert sich Aufstieg in die 2. Liga
Sandhausen jubelt. Erstmals hat der Verein den Aufstieg in die zweite Liga geschafft. Der Mannschaft gelang am drittletzten Spieltag, unter der Leitung von Trainer Gerd Dais, bei Preussen-Münster mit 2:1 ein Auswärtssieg, der ihnen den Aufstieg sichert. Dies ist der größte Erfolg des Vereins, seit Sandhausen vor fast zwanzig Jahren die Deutsche Amateurmeisterschaft gewinnen konnte.
Ebenfalls gute Karten hat der VfR Aalen. Dem Tabellenzweiten, der sechs Punkte Vorsprung vor dem Regensburg, dem dritten in der Tabelle hat, trennt nur noch ein Punkt vom Aufstieg in die zweite Liga, der für die meisten Beobachter als sicher gilt. Der Kampf um die Relegation bleibt aber spannend, da Regensburg keinen größeren Vorsprung ausbauen konnte.
Dritter Abwehrspielerausfall für Offenbach
Kickers Offenbach verliert jetzt mit Marcel Stadel bereits den dritten Abwehrspieler in dieser Saison. Der 25-Jährige erlitt am Samstag in Bielefeld eine Gehirnerschütterung und einen Schlüsselbeinbruch, der ihn vermutlich für den Rest der Saison außer Gefecht setzen wird. Vor ihm schieden bereits Christopher Lamprecht und Maximilian Ahlschwede verletzungsbedingt aus. Stadel selbst gibt sich aber optimistisch, dass es dem Verein gelingen wird, auch seinen Ausfall zu kompensieren. Stadel: „Obwohl wir diese Saison in der Abwehr oft wechseln mussten, hatten wir nie große Anlaufschwierigkeiten. Auch für den Fall, dass Markus Husterer noch einmal Gelb sieht und ein Spiel pausieren muss, ist genug Potenzial da.“ Für seine Teamkollegen aus der zweiten Reihe wäre dies auf jeden Fall die Chance zu beweisen, dass sie ihr beim Training bereits gezeigtes Potential auch umsetzen können. Trotzdem kommt der Verlust zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Derzeit liegt Offenbach mit elf Punkten Rückstand zur Spitze auf Tabellenplatz acht und hat noch gute Chancen, einen Aufstiegsplatz zu ergattern.
