Carl Zeiss Jena steigt ab. Das zuletzt erzielte 1:0 gegen Wehen Wiesbaden reichte nicht aus, um den Abstieg zu verhindern. Dafür war der Konkurrent Babelsberg zu stark, der seinen Abstand auf Jena ausbauen konnte und jetzt fünf Punkte Vorsprung hat. „Ich hatte mir zwar einen Sieg gewünscht, aber ich wollte nicht an meinem 25. Geburtstag absteigen“, erzählte traurig Linksverteidiger Josip Landeka, der gerade seinen Geburtstag feierte. Der Abstieg allerdings kommt verdient, wie auch die Spieler wissen. „Das haben wir viel früher verbockt“, gibt Landeka zu. Auch Präsident Rainer Zipfel ist tief enttäuscht. „15 Spieler waren schon höherklassig aktiv. Dass wir mit diesem Erfahrungsschatz absteigen, ist bitter. Viele Akteure waren über dem Zenit ihres Könnens“, erzählte Zipfel bei einem Interview mit der „Thüringer Allgemeinen“. Für die neue Saison hat er bereits personelle Veränderungen angekündigt. Momentan nützt das allerdings wenig. Dem Verein stehen harte Kürzungen des Budgets bevor. Allein die wegfallenden TV-Gelder machen mehr als 700.000 Euro aus. Zipfel: „Wir hoffen, dass unsere Sponsoren zu uns stehen.“
Polen zurückhaltend bei Boykott-Forderungen
Das neben der Ukraine zweite Gastgeberland der Fußball-EM, Polen, hat sich bisher nicht zu den Forderungen nach einem Boykott der Fußballspiele in der Ukraine geäußert. Polnische Politiker und Funktionäre halten sich vermutlich mit Kritik zurück, um nicht selbst zum Ziel für verbale Angriffe zu werden. Die Boykott-Forderungen kamen auf, nachdem die umstrittene Verhaftung und die wiederholt beanstandeten schlechten Haftbedingungen der ehemaligen Regierungschefin der Ukraine, Julija Timoschenko, bekannt geworden waren. Zwar wird das Schicksal der Inhaftierten Oppositionsführerin auch in Polen verfolgt und schon mehrfach bei Gesprächen mit der ukrainischen Regierung angeschnitten, aber Polen hat seit Beginn der Entscheidung über die EM-Austragungsorte betont, dass die Europameisterschaft eine gemeinsame Veranstaltung beider Länder sei. Nur sechs Wochen vor Beginn der EM würde Polen die bisherigen Aussagen nur ungern revidieren. Dem entsprechend rief der polnische Parlamentarier Pawel Kowal in einem Interview mit der „Gazeta Prawna“ die Europaparlamentarier zu „vernünftigen Reaktionen“ auf. Kowal: „Die EM ist eine gemeinsame Veranstaltung Polens und der Ukraine, und sie sollte bestmöglich verlaufen. Es geht um die ganze ukrainische Gesellschaft, nicht um die eine oder andere Regierung.“
Politiker fordern EM-Boykott in der Ukraine
Aufgrund der politischen Situation in der Ukraine mehren sich die Forderungen nach einem Boykott der Fußball-EM. Inzwischen riefen auch SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Politiker Tom Koenigs dazu auf, nachdem es erneut Klagen über die Haftbedingungen der ehemaligen ukrainischen Regierungschefin, Julia Timoschenko, gab. „Politiker müssen aufpassen, dass sie nicht zu Claqueuren des Regimes werden“, erklärte Sigmar Gabriel in einem Interview gegenüber der „Bild am Sonntag“. Im Bundestag riet Tom Koenigs, der als Menschenrechtspolitiker bei den Grünen arbeitet, dass sich die deutschen Fußballfans die in der Ukraine stattfindenden Spiele lieber im Fernsehen ansehen sollten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält diese Reaktion für übertrieben, forderte aber auch die Sportler und Sportfunktionäre dazu auf, nicht nur „hinter verschlossenen Türen“ für mehr Menschenrechte zu stimmen. Julia Timoschenko selbst hofft das es keinen Boykott der EM-Spiele geben wird. Dadurch würden vor allem die Sportler und Fans bestraft. Außerdem sieht sie dieses Ereignis als ein wichtiges Symbol für die Integration der Ukraine in die EU. Die Anklage gegen die frühere Regierungschefin, wegen angeblicher Veruntreuung und Steuerflucht, ist stark umstritten.
Aalen sichert sich Aufstieg in 2. Liga
Durch das 2:2 gegen den VfB Stuttgart II gelang es dem VfR Aalen, sich den Aufstieg in die 2. Liga zu sichern. Mit vier Punkten Vorsprung vor den nächstplatzierten Bayern, folgen sie somit einen Spieltag vor Ende dem Verein Sandhausen. Für Regensburg dagegen entscheidet es sich erst in den kommenden Woche, ob sich der Verein einen Relegationsplatz sichern kann. Dafür muss die Mannschaft Beim Spiel gegen Carl-Zeiss Jena mindestens einen Punkt erzielen. Gefährdet werden kann der Platz dann nur noch vom 1. FC Heidenheim, der allerdings schon drei Punkte zurück liegt. Klare Verlierer sind die Kickers Offenbach, Wacker Burghausen und der Chemnitzer FC, die keine Aufstiegschancen in dieser Saison mehr haben. Offenbach verlor mit 2:3 gegen Saarbrücken, Wacker Burghausen ging gegen Unterhaching ganz ohne Tor nach Hause (0:2) und der Chemnitz verlor ebenfalls Torlos das Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt (0:2).
